Einleitung
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Es ist für jede Kommune elementar wichtig, dass sich alle Bewohner:innen und Gäste sicher fühlen und sich angstfrei in der Stadt bewegen können. Daher ist es auch für Gigg ein ganz zentrales Ziel, dem Gießen so nah wie möglich kommen muss. Auf der anderen Seite ist für uns auch klar, dass es keine 100%ige Sicherheit geben kann und wird. Interessant ist zudem, dass eine in Kassel von der Justus-Liebig-Universität Gießen durchgeführte Studie 2024 nachgewiesen hat, dass eine erhöhte Polizeipräsenz zu einem erhöhten Unsicherheitsgefühl geführt hat. Die Bürgerinnen und Bürger erklärten sich die stärkere Polizeipräsenz damit, dass eine gestiegene Kriminalität wohl zu dieser Notwendigkeit geführt hätte, obwohl dies gar nicht der Fall war.
Darüber hinaus ist in einer Stadt mit einem hohen Ausländeranteil wie Gießen zu berücksichtigen, dass gerade ausländische Mitbürger:innen sehr sensibel auf polizeiliche Ansätze wie z. B. verdachtsunabhängige Kontrollen in Waffenverbotszonen reagieren, da die Grenze zum „racial profiling“ in ihrer Wahrnehmung als sehr dünn wahrgenommen wird.
Jede Strategie und jedes Konzept zum Thema Sicherheit bewegt sich daher zwangsläufig in dem oben beschriebenen Spannungsfeld und muss daher gut abwägen, welche Maßnahmen angemessen und für eine liberale Gesellschaft tragbar sind. Dabei ist zudem zu berücksichtigen, dass die Verantwortung für die Sicherheit auch in den Städten natürlich bei der Landespolizei und somit außerhalb der Entscheidungsbefugnis der Kommunen liegt.
Leider gibt es auch in Gießen z. T. sehr zentrale und wichtige Bereiche, in denen sich Menschen – v. a. in den Abend- und Nachtstunden – nicht sicher fühlen. Genannt seien hier in erster Linie der Kirchenplatz und Teile des Walltorviertels, aber auch die innerstädtischen Parkflächen und in Teilen das Lahnufer. Dort haben oder hatten sich in den letzten Jahren Strukturen verfestigt, die problematisch sind – sei es durch öffentlichen Drogenkonsum, durch steigende Kriminalität, durch öffentliches Urinieren und Defäkieren oder dadurch, dass sich die breitere Öffentlichkeit zumindest zu bestimmten Tages- bzw. Nachtzeiten aus diesen Arealen weitgehend zurückgezogen hat, so dass die soziale Kontrolle entfällt und sich die Situation weiter verschlechtert. Über diese o. g. Gebiete hinaus gab und gibt es gerade für Frauen, queere Personen und ältere Menschen auch weitere problematische Bereiche –sog. Angsträume, in denen sie sich aufgrund fehlender Beleuchtung oder fehlender öffentlicher Einsichtnahme unwohl fühlen.
Die damit verbundenen Probleme bringen viele negative Folgen mit sich – für die Anwohnenden und die Gewerbebetriebe ganz persönlich und für das Image der Stadt Gießen, da solche Situationen, zumal wenn sie über einen längeren Zeitraum andauern, auch einen gewissen Kontrollverlust symbolisieren.
Unser Ansatz
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