Katzenfeld Rechenzentrum

Rechenzentrum Katzenfeld

Darum geht es

In der Gießener Weststadt, zwischen der Grundschule Gießen West und dem Umspannwerk Gießen Nord, befindet sich das "Katzenfeld". Ursprünglich war das Gebiet für eine Wohnbebauung vorgesehen, was jedoch aufgrund der Nähe zu den Hochspannungsleitungen heute nicht mehr zulässig ist. 2018 kaufte ein Investor nach und nach nahezu alle Flächen des Gebiets auf und strebt dort nun die Ansiedlung eines Rechenzentrums, sowie weiterer IT-Gewerbebetriebe an.


Die Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich im September 2025 erstmalig mit den Plänen (die Unterlagen dazu können hier eingesehen werden). Im Juni 2026 erfolgte die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans (die Unterlagen dazu können hier eingesehen werden). Mitten in die Sommerferien 2026 legte der Magistrat eine weitere Beteiligung der Öffentlichkeit, die durch eine Änderung an den bisher ausgelegten Plänen nötig wurde. Der Satzungsbeschluss des Bebauungsplans wurde am 27.08. mit der schwarz/rot/"grünen"-Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung beschlossen (Unterlagen können hier eingesehen werden). Die Antworten des Magistrats auf wichtige Fragen unserer Fraktion und eine Einordnung dazu gibt es hier.

2027 soll der Bau des Rechenzentrums beginnen.

Unsere Position

Wir haben den Bebauungsplan in der vorgelegten Form abgelehnt. Nicht weil wir generell gegen ein Rechenzentrum am Standort Katzenfeld wären, sondern weil zu viele Details und auch der Ablauf des Verfahrens eine Zustimmung für uns unmöglich gemacht hat. Inbesondere halten wir das Rechenzentrum für massiv überdimensioniert und es fehlen wichtige Vorgaben, die den Nutzen für die Stadt erhöhen und die Nachteile für das Klima reduzieren würden.


Unseren unten dokumentierten Redebeiträgen kann unsere Position im Detail entnommen werden. Kurz zusammengefasst stehen wir der Ansiedlung eines angemessen dimensionierten Rechenzentrums offen gegenüber. Unabhängig von der Bewertung der Notwendigkeit des Baus von Rechenzentren, halten wir den Standort aufgrund der Nähe zum Umspannwerk und der Möglichkeit zur Einspeisung der Abwärme des Rechenzentrums in das Fernwärmenetz für gut geeignet, um ein solches Vorhaben umzusetzen.


Allerdings gibt es auch einige sehr problematische Sachverhalte, die enorme negative Auswirkungen haben können. Dies sind unter anderem:

  1. Das Rechenzentrum wird den Stromverbrauch der Stadt Gießen voraussichtlich mehr als verdoppeln. Es wäre aus unserer Sicht daher zwingend notwendig gewesen, dass die Stadt die Nutzung von Strom aus regionalen erneuerbaren Energieanlagen vertraglich festlegt. Die gesetzlichen Regelungen dazu sind nicht ausreichend, wie die Planungen an anderen Orten in Deutschland zeigen. In Maintal beispielsweise sollte für ein Rechenzentrum ein neues Gaskraftwerk gebaut und dieser fossile Strom dann mit Herkunftsnachweisen grüngewaschen werden. Dieser Etikettenschwindel wird nun auch in Gießen möglich sein, da der Magistrat nicht auf strengere Regeln bestanden hat.
  2. Nur ein Bruchteil der anfallenden Abwärme kann und soll für die Fernwärme genutzt werden. Zu Beginn etwa 7%, bis 2035 dann maximal 18%. Der Rest entweicht in die Umgebung. Inwiefern sich dies auf die bioklimatischen Verhältnisse in der Weststadt auswirkt, wurde nicht untersucht. In Zeiten immer heißer werdender Sommer halten wir es für unverantwortlich, die potentielle Belastung für Anwohnende und Umwelt nicht vorab zu klären. Zudem plädierten wir dafür, die im Gießener Fernwärmenetz sinnvoll nutzbare Abwärmemenge als begrenzende Größe für die Rechenzentrumsleistung zu definieren.
  3. Um das Rechenzentrum vor extremem Hochwasser zu schützen, soll das Areal um bis zu vier Meter angehoben werden. Dazu sind nach Angaben des Magistrats rund 20.000 LKW-Fahrten notwendig - eine enorme Belastung für die Weststadt inkl. einer hohen Menge zusätzlicher Treibhausgasemissionen. Wir forderten daher eine Antwort darauf, ob die Erhöhung des Damms nicht eine sinnvollere Hochwasserschutzmaßnahme ist, damit die gesamte Weststadt besser geschützt wird und nicht nur die Belastungen zu ertragen hat. Die Antwort darauf war ein unbelegtes Nein.
  4. Netzanschlusskapazitäten sind auch in Gießen knapp. Das Rechenzentrum belegt nun über die Hälfte der freien Kapazitäten bis 2034. Das bedroht das Wachstum und vor allen Dingen die Elektrifizierung bestehender Betriebe in Gießen.


Weiterführende Informationen

Unsere Wortmeldungen im Rahmen der bisherigen Beschlussfassungen, sowie die Berichterstattung dazu, können hier nachgelesen werden:

ARD-Mittagsmagazin: „Wie klimaschädlich sind Rechenzentren?“
Das ARD-Mittagsmagazin geht der Frage nach, wie klimaschädlich Rechenzentren sind und berichtet auch über die Planungen in Gießen. Johannes Rippl, stv. Vorsitzender von Gigg, wurde dabei zu den Klimaauswirkungen befragt.
hr „Der Tag“: Mein Nachbar, das Rechenzentrum (mit Gießen-Bezug)
Der hr beschäftigt sich mit dem Ausbau von Rechenzentren in Hessen und auch speziell in Gießen. Neben Dezernentin Weigel-Greilich kommen auch Stadtplanungsamtsleiter Dr. Hölscher, Prof. Lechner von der THM und Johannes Rippl, stv. Vorsitzender von Gigg, zu Wort (zwischen Minute 2 und 7):
hr INFO: Unter Spannung – Der Boom der Rechenzentren
hr INFO berichtet über den Boom von Rechenzentren in Hessen und auch den Widerstand gegen das Rechenzentrum am Katzenfeld. Johannes Rippl, stv. Vorsitzender von Gigg, kommt im Beitrag ebenfalls zu Wort (ab Minute 9):
hessenschau: Widerstand gegen geplantes Rechenzentrum in Gießen
Die hessenschau berichtet über den Widerstand gegen das Rechenzentrum am Katzenfeld. Johannes Rippl, stv. Vorsitzender von Gigg, kommt im Beitrag ebenfalls zu Wort:
(Nicht-)Antworten der Stadt zum Rechenzentrum Katzenfeld
Am Tag vor der entscheidenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung erhielt unsere Fraktion nach fünf Wochen Bearbeitungszeit durch den Magistrat, Antworten auf einige wichtige Fragen zum Rechenzentrum. Diese können hier eingesehen werden: Antwort des Magistrats auf die Gigg-Anfrage zum Rechenzentrum Katzenfeld Zusammengefasst lässt sich folgendes daraus ableiten: Zum Thema Strom: Zum Thema Abwärme: Zum Thema Wasser: Zur […]
Kundgebung gegen die Planungen zum Rechenzentrum „Katzenfeld“
Alle Informationen zum Bebauungsplan und Rechenzentrum "Katzenfeld" haben wir hier gebündelt zusammengefasst: https://giessen-gemeinsam-gestalten.de/rechenzentrum-katzenfeld/ Vor der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 27. August 2026, fand eine Kundgebung einer Bürgerinitative gegen die aktuellen Planungen eines Rechenzentrums am "Katzenfeld" statt. Unser stv. Vorsitzender Johannes Rippl hielt dazu folgende Rede: Hallo zusammen, mein Name ist Johannes Rippl. Ich bin stellvertretender […]
Rede zum Bebauungsplan „Katzenfeld“
Alle Informationen zum Bebauungsplan und Rechenzentrum "Katzenfeld" haben wir hier gebündelt zusammengefasst: https://giessen-gemeinsam-gestalten.de/rechenzentrum-katzenfeld/ Am 27. August 2026 stand der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan "Katzenfeld" auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung. Lutz Hiestermann, Vorsitzender unserer Fraktion, beantragte die Herunternahme des Punktes von der Tagesordnung und hielt dazu folgende Rede: Wir sollen heute über einen sehr wichtigen, die Stadt […]
Unsere Kritik am Rechenzentrum im Gießener Anzeiger
Der Gießener Anzeiger berichtete am 26.08.26 über die anstehende Abstimmung zum Rechenzentrum "Katzenfeld" und griff einen Teil unserer Kritik an dem Projekt auf: Anmerkung: Die Aussagen zur Abwärmemenge, die in die Umgebung entweichen wird, sind stark vereinfacht und erfolgten zu einem Zeitpunkt zu dem genauere Daten noch nicht vorlagen. Diese liegen inzwischen vor und man […]
Gigg hinterfragt Dimension des geplanten Rechenzentrums und reicht umfassende Fragenliste ein
Mitten in der Sommerpause hat der Magistrat in dieser Woche eine geänderte Planung für den Bau eines Rechenzentrums am Katzenfeld vorgelegt und kann sich damit einer geringen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger fast sicher sein. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Eine solche Pseudo-Bürgerbeteiligung bei einem derart wichtigen Projekt trägt jedenfalls nicht zur Vertrauensbildung bei. […]
Rede zum Flächennutzungsplan „Katzenfeld“
Am 25. Juni 2026 stand eine Änderung des Flächennutzungsplans zur Vorbereitung des Bebauungsplans „Katzenfeld“ auf der Tagesordnung der Stadtverodnetenversammlung. Lutz Hiestermann, Vorsitzender unserer Fraktion, hielt dazu folgende Rede: Wir werden heute der Änderung des FNP zustimmen. Denn es gibt einige Gründe, die für ein RZ und Gewerbegebiet an diesem Standort sprechen – so z. B. […]
Offene Fragen zum Rechenzentrum in Gießen
Der Gießener Anzeiger berichtet über die Diskussion der Stadtverordnetenversammlung über das geplante Rechenzentrum "Katzenfeld": In der gedruckten Ausgabe des Anzeigers kommentierte Redakteur Stephan Scholz die Sitzung wie folgt: Die Rede im Wortlaut unseres Stadtverordneten Johannes Rippl finden Sie hier: https://giessen-gemeinsam-gestalten.de/giggvolt-parlamentsarbeit/rede-zum-geplanten-rechenzentrum-katzenfeld/
Rede zum geplanten Rechenzentrum „Katzenfeld“
Am 18. September 2025 stand der Entwurfsbeschluss zum Bebauungsplan „Katzenfeld“ auf der Tagesordnung der Stadtverodnetenversammlung. Johannes Rippl, Stadtverordneter unserer Fraktion Gigg+Volt, hielt dazu folgende Rede: Wir haben es eben und auch im Ausschuss schon gehört und besprochen. Es gibt viele Argumente, die auf den ersten Blick für ein Rechenzentrum an dieser Stelle sprechen: • Die […]

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