Am 24. September 2026 stand der Entwurfsbeschluss zum Bebauungsplan GI 04/30 „Philosophikum II“ auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung. (Die Vorlage kann hier eingesehen werden.) Sophie Held, Stadtverordnete unserer Fraktion, hielt dazu folgende Rede:
Dem heutigen Entwurfsbeschluss stehen wir grundsätzlich positiv gegenüber.
Denn mit dem Neubau des Philosophikums II wird ein neuer Campus geschaffen, der ein lebendiges Zentrum ermöglicht. Ein Ort, an dem Studierende einen inspirierenden Platz zum Lernen finden und mit anderen Studierenden außerhalb des eigenen Fachbereichs näher zusammenrücken können.Die Universität bildet nicht nur Fach- und Führungskräfte von morgen aus. Sie lässt Menschen wachsen. Studierende werden zum ersten Mal wissenschaftlich herausgefordert. Nach der Schule, dem Freiwilligendienst oder der Ausbildung, lernen die Studierenden sich selbst zu strukturieren. Sie lernen neue Gesichter und deren unterschiedliche Startbedingungen ins Studium kennen. Sie hinterfragen Bekanntes und entwickeln eigene Perspektiven. Durch diese genannten Punkte bietet die Universität Raum sich zu politisieren.
Junge Menschen haben die Möglichkeit sich in den Wänden der JLU zu entfalten. Und dieser großen Verantwortung ist sich der Universität bewusst.
Sie definiert sich selbst, ich zitiere „als zukunftsorientierte, öffentliche Bildungseinrichtung“. Sie übernehme Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft, indem sie die Integration von Nachhaltigkeit in Studium, Lehre und Forschung fördere.
Auch gegenüber dem Land Hessen ist die Uni über den hessischen Hochschulpakt mit verschiedenen Zielvereinbarungen verpflichtet.Unsere Fraktion wünscht sich daher von den Planenden des neuen JLU-Campus, dass sie dieser Vorbildfunktion der JLU noch stärker gerecht werden.
So sehen wir z.B. ein Konflikt mit dem aktuell geplanten Neubau des Graduiertenzentrums Kulturwissenschaften: der hohe Anteil an Verglasung kann sich negativ auf Insekten und Vögel auswirken und ist auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Hitzesommer problematisch.Fassadenbegrünung für den Hitzeschutz und Bäume zur Beschattung fehlen hingegen bei allen neu geplanten Gebäuden, die im Entwurfsbeschluss aufgelistet sind. Damit den Studierenden und sonstigen Nutzenden ein angenehmes Umfeld zum Lernen und Erholen geschaffen wird, sollte auf diesen Aspekt ein größeres Augenmerk gelegt werden.
Die JLU ist ein wichtiger und stark prägender Bestanteil unserer Stadt, der wir keine Steine in den Weg legen wollen. Klar ist für uns aber auch, dass die JLU ihrer gesellschaftlichen Verantwortung noch stärker gerecht werden sollte. Es liegt jedoch auch an uns allen hier im Haus, die JLU nach Kräften gegenüber dem Land und den dort beschlossenen Mittelkürzungen zu unterstützen.
