Im Nachgang zur Diskussionsveranstaltung in Klein-Linden am 27. Februar 2026 mit Vertreter:innen der Gießener Sportvereine weist der Vorsitzende von Gigg, Lutz Hiestermann, darauf hin, dass die von ihm in der Diskussion benannte Schieflage in der Sportförderung korrekt dargestellt wurde und aus Sicht von Gigg ein massives Problem darstellt.
Wer sich die Jahresabschlüsse von 2016 bis 2024 und die Haushaltspläne für 2025 und 2026 für die Sportförderung vor Augen führt, stellt fest, dass die Aufwendungen für das Personal im Sportamt von 2016 bis 2026 um 122 % gestiegen sind bzw. gemäß der Planzahlen für 2026 steigen werden. Grund hierfür ist neben der Lohnanpassung in erster Linie die Erhöhung des Personalbestands im Sportamt um 75 % (von 3 besetzten Stellen in 2020 auf 5,25 besetzte Stellen im Jahr 2026).
Im selben Zeitraum sind die nicht-personalbezogenen Aufwendungen in diesem Teilhaushalt, womit in erster Linie die Gelder gemeint sind, die direkt an die Vereine ausgeschüttet werden, gerade mal um 12,3 % gestiegen, die Aufwendungen für Zuweisungen und Zuschüsse sogar lediglich um 7,5 %. „Wenn man bedenkt, dass die kumulierte Inflation in diesem Zeitraum bei rund 30 % liegt, bedeutet dies nichts anderes, als dass bei den Vereinen, die zudem rund 20 % mehr Mitglieder repräsentieren als vor 10 Jahren, deutlich weniger Geld ankommt als 2016“, so Lutz Hiestermann. „Während die SPD im Wahlkampf von „Respekt, Anerkennung und verlässliche Unterstützung“ für Sportvereine spricht, lassen die Zahlen genau das nicht erkennen.“, führt der Gigg-Vorsitzende aus. „Standen 2016 jedem Euro, der für Personal im Sportamt ausgegeben wurde, 2,04 € sonstige Aufwendungen für die Vereine gegenüber, sind es heute gerade einmal 1,03 €.“
„Der Oberbürgermeister und Sportdezernent Becher war sich dieser frappierenden Fehlentwicklung offensichtlich nicht bewusst, wie seine Reaktion in der Diskussionsveranstaltung deutlich gemacht hat“, so Hiestermann weiter. „Da stellt sich schon die Frage, wie es sein kann, dass er die Entwicklung der direkten finanziellen Förderung der Sportvereine und die Entwicklung der Personalkosten als Sportdezernent nicht im Blick hat, und ob die Entwicklung der Sportförderung in den vergangenen 10 Jahren im Sinne der Gießener Sportvereine sein kann?“
Gigg wird sich in zukünftigen Haushaltsverhandlungen dafür einsetzen, dass diese Schieflage adressiert und bereinigt wird.
